Der Screening-Ablauf
im Detail
Vom Informationsgespräch beim Hausarzt und der Überweisung bis zur Niedrigdosis-CT (NDCT) und Befundung – der gesamte Prozess ist klar geregelt und qualitätsgesichert.
Drei Akteure im strukturierten Screening
Der Einstieg ins Screening führt über einen niedergelassenen Allgemein-, Internisten, Pneumologen oder Arbeitsmediziner (in der Regel der Hausarzt). Dieser prüft Ihre Rauchanamnese und Anspruchsberechtigung, führt das vorgeschriebene Informationsgespräch über Nutzen und Risiken und stellt — bei erfüllten Voraussetzungen — Ergebnisbericht und Überweisung aus. Eine Einladung durch die Krankenkasse gibt es nicht.
Internisten, Allgemeinmediziner, Pneumologen und Arbeitsmediziner, die an einer von der Landesärztekammer anerkannten Fortbildung teilgenommen haben (gemäß Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)-Richtlinie).
Das Aufklärungsgespräch, die NDCT-Untersuchung und die Erstbefundung erfolgen ausschließlich bei niedergelassenen Radiologen, die das Zertifikat „Lungenkarzinom-Screening" besitzen. Diese Praxen sind vom G-BA als Screening-Einheiten anerkannt und unterliegen strengen Qualitätsanforderungen.
Mindestfallzahlen, CT-Geräte nach Herstellerstandard, spezifische Software zur Knotenauswertung (z. B. Lung-RADS), Teilnahme am Qualitätssicherungsprogramm der Gesundheitsregion.
Bei unklaren, auffälligen oder grenzwertigen Befunden aus der Erstbefundung übernimmt das Institut für Radiologie und Neuroradiologie des Klinikums Chemnitz die Zweitbefundung. Als zertifiziertes Lungenkrebszentrum (OCC) mit Institut für Radiologie und Neuroradiologie sowie Koordinierungsstelle der Gesundheitsregion Südwestsachsen nimmt das Klinikum eine zentrale Qualitätssicherungsrolle ein.
4 CT-Geräte inkl. Dual-Energy- und Dual-Source-CT · Ansprechpartner: Prof. Dr. med. habil. Dieter Fedders · Institut für Radiologie und Neuroradiologie · Flemmingstraße 2, 09116 Chemnitz
Vom Arztgespräch bis zum Befund
Der erste Schritt führt Sie zu Ihrem Haus- oder Facharzt (Allgemeinmediziner, Internist, Pneumologe oder Arbeitsmediziner). Dieser klärt, ob Sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen: Alter (50–75 Jahre), gesetzliche Krankenversicherung (GKV)-Versicherung, Rauchanamnese (≥ 25 Jahre, ≥ 15 Packungsjahre, aktuell oder aufgehört vor weniger als 10 Jahren). Er führt ein Informationsgespräch über Nutzen und Risiken des Screenings auf Basis der G-BA-Versicherteninformation.
Erfüllen Sie alle Voraussetzungen, erstellt der Arzt einen Ergebnisbericht und stellt eine Überweisung in eine zertifizierte radiologische Praxis aus. Die Krankenkasse schreibt Sie nicht an – der Zugang zum Screening läuft über Ihren Arzt.
An der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Internisten, Allgemein- oder Arbeitsmediziner, die eine vorgeschriebene Fortbildung absolviert haben (laut G-BA-Richtlinie). In der Regel Ihr Hausarzt oder Pneumologe. Jetzt Anspruch selbst prüfen →
Vor der Untersuchung findet ein obligatorisches Aufklärungsgespräch in einer zertifizierten Radiologiepraxis statt. Der Arzt erklärt den Ablauf, klärt Sie über Nutzen (frühe Krebserkennung) und Risiken (Strahlung, Zufallsbefunde) auf und beantwortet Ihre Fragen. Das Gespräch dauert ca. 15–30 Minuten.
Wichtig: Bringen Sie Ihre Krankenversicherungskarte und – falls vorhanden – frühere CT-Aufnahmen des Thorax mit.
Die Niedrigdosis-CT (NDCT) dauert ca. 5–10 Minuten. Es ist keine Kontrastmittelgabe, keine Vorbereitung und keine Nüchternheit erforderlich. Die Untersuchung erfolgt im Liegen bei angehaltenem Atem für wenige Sekunden. Anschließend befundet der zertifizierte Radiologe die Bilder nach standardisierten Kriterien (Lung-RADS).
Ca. 1–2 mSv – weniger als die Hälfte der jährlichen Hintergrundstrahlung
Kein Nüchterngebot, kein Kontrastmittel, keine Injektion
Standardisierte Kategorisierung: 1 (keine Auffälligkeit) bis 4 (Abklärung dringend empfohlen)
Bei unklaren oder auffälligen Befunden (Lung-RADS 3 und 4) werden die CT-Bilder zur Qualitätssicherung an das Institut für Radiologie und Neuroradiologie des Klinikums Chemnitz weitergeleitet. Erfahrene Thoraxradiologen führen eine unabhängige Zweitbefundung durch. Dieser Schritt verbessert die Diagnosegenauigkeit und reduziert falsch-positive Befunde.
Das Klinikum Chemnitz betreibt das Lungenkrebszentrum Chemnitz innerhalb des Onkologischen Centrums Chemnitz (OCC). Als Koordinierungsstelle der Gesundheitsregion Südwestsachsen übernimmt das Klinikum die Zweitbefundung und die übergeordnete Qualitätssicherung – nicht die Erstuntersuchung der Patienten.
Ihr Radiologe bespricht das Ergebnis mit Ihnen und empfiehlt das weitere Vorgehen – je nach Lung-RADS-Kategorie.
Kein krebsverdächtiger Befund. Kontroll-CT nach 12 Monaten empfohlen (jährliches Screening).
Zweitbefundung am Klinikum Chemnitz. Engmaschige Kontrollen oder weiterführende Diagnostik (PET-CT, Biopsie). Behandlung bei Krebsnachweis im multidisziplinären Tumorboard.
Was ist ein Niedrigdosis-CT (NDCT)?
Die Computertomographie (CT) erstellt mithilfe von Röntgenstrahlen dreidimensionale Schnittbilder des Körpers. Beim Niedrigdosis-Verfahren wird die Strahlendosis gegenüber einer Standard-CT erheblich reduziert (ca. 1–2 mSv statt 7–8 mSv) – ausreichend für eine hochauflösende Darstellung der Lunge.
Das NDCT kann Lungenknoten ab ca. 4–5 mm Durchmesser zuverlässig erkennen – lange bevor sie Symptome verursachen. Genau in diesem Frühstadium sind die Heilungschancen am höchsten.
Die US-amerikanische National Lung Screening Trial (NLST) zeigte eine Reduktion der Lungenkrebs-Sterblichkeit um 21 % durch jährliche NDCT-Screenings bei Hochrisikogruppen. Die europäische NELSON-Studie bestätigte diese Ergebnisse.
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